Posted in Dezember 2016

Blick in den Speckgürtel: Falkensee breitet sich aus

Die 24 km westlich von Berlin gelegene Stadt Falkensee nimmt stetig an Größe zu. Doch so wie ich gelesen habe, gibt es trotz des Baubooms und Fortschritts auch immer wieder erhebliche Verzögerungen und Probleme.

Bereits in den 90ern Jahre sollte Falkensee einen neuen Stadtteil bekommen. Der Akazienhof sollte der Name des Stadtteils werden, der zwischen der Bahnhofstraße und der Akazienstraße mit Wohnungen bebaut werden sollte.

Es sind alte Pläne, die wieder zum Leben erweckt wurden. Der Abgeordnete Thomas Fuhl konnte sich noch gut an die damaligen Diskussionen aus den 90ern Jahren erinnern.

 

Keine Entwicklung mehr

Nachdem die Straßen, Lampen und Bürgersteige entstanden, blieb die Entwicklung aber auf der Strecke liegen. Es entstanden lediglich 15 Grundstücke, die mit Einfamilienhäusern bebaut wurden.

Seit mehr als zwölf Jahren passierte dann nichts mehr. Die Straßen sind mit Gras zugewachsen und die geplanten Wohnungen wurden nicht mehr gebaut.

Nun soll endlich etwas passieren und der vergessene Stadtteil aus dem langen Winterschlaf geholt werden. Ich bin gespannt.

Der neue Entwurf

Der neue Entwurf stellt Folgendes dar: Die bereits vorhandenen Straßenabschnitte sollen zu einem Ring verbunden werden. Es sollen 270 m neue Straße entstehen, 15 neue Bäume gepflanzt werden und neue Straßenlampen errichtet werden. Wie viele Wohnung genau entstehen sollen, ist noch unklar. Laut Aussagen von Thomas Zylla ist hier eine drei- bis viergeschossige Bebauung geplant.

Akazienhof als das Sorgenkind der Falkenseer

Seit Jahrzehnten wird an diesem Stadtteil irgendetwas gebaut. Bis heute ist unklar, wie das Projekt enden soll. Da jetzt endlich ein neuer Investor gefunden wurde, der bereit ist im Akazienhof Wohnungen zu errichten, darf man gespannt sein.

Die Bürger sind grundsätzlich alle dafür, dass neue Wohnungen im Akazienhof entstehen.

So können in der Zukunft mehr Menschen Platz im Akazienhof finden und somit kann die Stadt wachsen. Insgesamt 120 neue Wohnungen sind zunächst geplant, aber nur vierstöckige Immobilien, da die sonst notwendigen Fahrstühle zu teuer wären.

Protest der Anwohner

Die Anwohner der Einfamilienhäuser protestieren aber gegen eine Maßnahme der Errichtung der neuen Wohnungen. Sie wollen verständlicherweise nicht im Schatten einer Betonwand leben, direkt neben dem Neubaugebiet. Außerdem haben die Anwohner schon für die Straße bezahlt, nun sollen die Anwohner der Einfamilienhäuser das zweite Mal zur Kasse gebeten werden, da die Straße erneuert werden soll.

Ich kann den Frust der Anwohner durchaus verstehen und somit ist vermutlich mehr als sicher, dass es zu einer erneuten Debatte über den Ausbau der Gehwege und Straßen kommen wird.
Bürgermeister Heiko Müller (SPD) machte deutlich klar, dass man nicht nur den wirtschaftlichen Aspekt sehen darf: „Wir dürfen nicht nur die Gutverdienenden sehen, die sich ein Grundstück mit Häuschen leisten können.“

Eine Bürgerversammlung im Januar

Im Januar soll eine Bürgerversammlung stattfinden. Es soll geklärt werden, ob der Akazienhof nun weiter mit Wohnungen ausgebaut werden soll oder die Einfamilienhäuser alleine stehen bleiben. Die Bürger sind nicht grundsätzlich gegen den Ausbau des Akazienhofs, doch meinen einige: „Es soll ins Gesamtbild passen.“

Einige Anwohner zeigen sich auch über den anstehenden Lärm durch die neuen Nachbarn und das nahe gelegene Einkaufszentrum beunruhigt. Falls man sich mit den Anwohnern der Einfamilienhäuser und der Stadtverwaltung einigen kann, so wird man vermutlich bald ein fast schon „neues“ Stadtviertel Akazienhof begrüßen können.